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11. Deutscher Sjögren-Tag, 07. Mai 2016

Wissenschaftliche Leitung und Organisation:

Prof. Dr. Hendrik Schulze-Koops, Prof. Dr. Klaus Krüger

Max von Pettenkofer-Institut München

Der 11. Deutsche Sjögren-Tag wurde wieder einmal ein großer Erfolg.130 Teilnehmer/innen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz waren wieder mit großen Erwartungen nach München gekommen und wurden nicht enttäuscht.

Herr Prof. Hendrik Schulze-Koops,

Leiter der Rheuma-Einheit des Klinikums Innenstadt der Ludwig-Maximilian-Universität München

begrüßte die Teilnehmer/innen, stellte die Referenten vor und koordinierte den gesamten Verlauf.

Frau Elfi Borchers, die Sprecherin des Selbsthilfe-Netzwerks Sjögren-Syndrom, dankte in ihrem Grußwort den Veranstaltern, den Herren Prof. Hendrik Schulze-Koops und Prof. Klaus Krüger, und betonte, wie wichtig dieser Tag für uns Betroffene sei. Sie bedankte sich auch bei der Leiterin der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Rheuma-Liga München für die Kooperation und für die Bereitschaft, einen Info-Tisch zu stellen und Informationsbroschüren und Info-Blätter auszulegen und zu verteilen. Außerdem hatten die Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft im Vorfeld bei der Vorbereitung des Tages geholfen.

 

Herr Prof. Dr. Stephan Thurau,

Klinikum der Universität München (Augenklinik),

behandelte die Augenbeteiligung beim Sjögren-Syndrom und beschrieb in seiner sehr menschlichen, praktischen und verständnisvollen Art den Aufbau der Krankheit, die schleichende Entwicklung, die dann aber doch zu einer multifaktoriellenErkrankung wird.

Auch machte er deutlich, dass die Augen so eng mit den Speicheldrüsen verbunden sind.

Seine so kompetenten Ausführungen hatten zur Folge, dass viele Anwesende viele Fragen hatten, die er sehr verständlich beantwortete.

Herr Dr. Florian Schröttlmair,

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Klinikum Großhadern,

behandelte die Mund-, Nasen- und Atemwegetrockenheiten.

Zur sicheren Diagnosestellung bei den Betroffenen sei immer noch nach der Klinik und dem Labor ein ganz wichtiger Bestandteil die Lippenbiopsie. Er riet jedoch den Betroffenen, die notwendige Biopsie in der Mundhöhle durchführen. zu lassen, da es in der Lippeninnenseite oft zu Taubheit und Irritationen führt.

Die jährlichen Verlaufskontrollen zur Vorsorge der Speicheldrüsen sollten die Betroffenen ernst nehmen. Bei einem erfahrenen HNO-Arzt sollte eine Sonographie durchführt werden, aber stets in der gleichen Praxis, damit ein jährlicher Vergleich gegeben ist und kein Knoten übersehen wird.

Herr Prof. Dr. Klaus Krüger,

Internistischer Rheumatologe im Praxiszentrum St. Bonifatius München,

stellte mit seinem Vortrag die Frage

Sjögren? - Was kann noch dahinter stecken?“

 

Er machte uns sehr deutlich, dass das Sjögren-Syndrom eine Krankheit des gesamten Organismus ist.

Er zeigte in seiner Powerpoint-Präsentation auf einer pdf das klinische Spektrum des Sjögren-Syndroms auf und machte deutlich, dass nach der Trockenheit der Schleimhäute es keine reine Erkrankung der Drüsen sei, und dass z.B. die bleierne Müdigkeit bei keiner anderen rheumatischen Erkrankung den Alltag der Betroffenen so erschwert.

Frau Dr. Dorothee Hauler, Assistenzärztin,

Rheumaeinheit der Med. Klinik und Poliklinik IV,

Klinikum der Universität München,

berichtete über neue Entwicklungen in der Therapie. Sie stellte mit einer eindrucksvollen Powerpoint-Präsentation die Entstehung und Aktivierung des fehlgesteuerten Immunsystems vor. Sie zeigte den Betroffenen sehr anschaulich,

wie schwierig es für die Rheumatologen sei, wegen der Komplexität der Krankheit zu einer Diagnose kommen. Sie wies darauf hin, dass Hoffnungen auf die neuen Biologika bei einem schweren Krankheits-verlauf oft zu hoch sind.

In der anschließenden Diskussion wurde aber deutlich, dass die Wissenschaft auf internationaler Ebene intensiv an der Erforschung und positiven Weiterentwicklung arbeitet.

Herr Dr. Christian Tomiak, Internistischer Rheumatologe,

Oberarzt am Rheuma-Zentrum Bad Aibling,

referierte über

Medien als Informationsquelle für Sjögren-Patienten – Was ist seriös?“

Er zeigte die Vielfalt auf und stellte die verschiedenen Publikationen aus Deutschland, aber auch aus dem Ausland, vor.

Für uns Sjögren-Betroffene war es wichtig zu erkennen, dass wir mit seinem umfangreichen Ratgeber

Sjögren-Syndrom

Ein Lehrbuch für Patientinnen und Patienten, Ärzte und Co-Therapeuten“

einen kompetenten Experten unserer Krankheit haben, der uns durch dieses umfangreiche Buch unsere sehr komplexe Krankheit verständnisvoll und verständlich erklärt.

Auf unseren oft schweren Weg begleitet er uns mit diesem Lehrbuch,

und darüber hinaus war er bei jedem Deutschen Sjögren-Tag anwesend und hilft uns mit seinem Wissen und seiner Art, unsere Arztbesuche besser vorzubereiten, denn ein wissender Patient ist ruhiger, kann die Krankheit besser einordnen und darüber hinaus weiß er, wo wir Hilfe bekommen.

Auch bei diesem 11. Deutschen Sjögren-Tag waren nicht nur die Fachvorträge und –Diskussionen wichtig, sondern auch die Gespräche der Betroffenen miteinander in der Pause. Mit dem lebhaften Erfahrungsaustausch und dem gegenseitigen Informieren waren sie von ganz großem Wert.

Die so „ gut informierten Patienten/innen“ können mit ihren erweiterten Erkenntnissen nun auch in ihren Gesprächskreisen zu wichtigen Multiplikatoren werden.

Marlies Thermann

 

 

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